iOS 27 bringt der Home-App das größte Update seit Jahren: KI-Beschreibungen für Kameraclips, eine Suche in natürlicher Sprache, gebündelte Mitteilungen, endlich 4K für HomeKit Secure Video und erstmals Stromverbrauchswerte von Matter-Steckdosen. Ich nutze HomeKit seit 2014 und habe selten ein Jahr erlebt, in dem Apple so viele lang gewünschte Punkte auf einmal abhakt.
Apple hat sein Smart-Home lange eher konservativ gepflegt, während Amazon und Google jedes Jahr nachgelegt haben. Mit iOS 27 wird Apple Home zu einem echten Teil der Apple-Intelligence-Strategie. Hier sind alle Neuerungen im Überblick – und was ihr dafür braucht.
Apple Intelligence zieht in die Home-App ein
Die Home-App beschreibt jetzt in kurzen Sätzen, was eine Kamera aufgenommen hat. Statt „Bewegung erkannt“ steht dort etwa, dass eine Person durch den Flur gegangen ist oder die Katze im Wohnzimmer spielt. Erkannt werden Personen, Tiere, Fahrzeuge, Pakete und allgemeine Bewegung.
- Gesichtserkennung mit Namen: Kameras mit HomeKit Secure Video gleichen erkannte Personen mit eurer Fotomediathek ab. Ist jemand dort markiert, nennt die Mitteilung den Namen.
- Suche in natürlicher Sprache: Ihr tippt etwa „Paketlieferung“ ein, und die App findet den passenden Clip. Sie versteht Objekte, Farben und Details – auch über Spotlight.
- Sehenswerte Clips: Ganz oben in der Suche hebt die App wichtige Momente hervor, die ihr euch ansehen solltet.
Alle KI-Funktionen steuert ihr in den Home-Einstellungen im neuen Bereich Apple Intelligence – global oder pro Kamera.
HomeKit Secure Video: Endlich 4K und kameraübergreifende Clips
Unterstützte Kameras streamen und speichern jetzt in bis zu 4K – bisher war bei 1080p Schluss. Diese Neuerung braucht kein Apple Intelligence und funktioniert damit auch auf älteren iPhones. Voraussetzung ist eine Kamera, deren Hardware 4K liefert.
Neu ist auch, dass die Home-App Aufnahmen mehrerer Kameras zu einem Ereignis verknüpft. Läuft jemand an der Haustürkamera vorbei und taucht kurz danach im Garten auf, seht ihr beide Clips als zusammenhängende Sequenz samt Zusammenfassung. Laut Apple sollen Aufnahmen außerdem zuverlässiger gespeichert werden und seltener Aktivität verpassen.
Weniger Mitteilungen, mehr Überblick
Der neue Schalter Mitteilungen reduzieren fasst zusammengehörige Ereignisse in einer einzigen Mitteilung zusammen, die sich in Echtzeit aktualisiert. Kommt jemand nach Hause, öffnet den Briefkasten und schließt das Garagentor, bekommt ihr statt sieben Hinweisen nur noch einen – mit dem jeweils aktuellen Stand.
Praktisch für den Alltag: Drückt ihr lange auf eine Kamera-Mitteilung, spielt die App eine kurze Vorschau ab und zeigt passende Geräte in der Nähe – etwa die Außenleuchte, die ihr direkt einschalten könnt.
Matter: Energiemonitoring, Thread 1.4 und einfachere Einrichtung
Für Matter-Fans ist das Energiemonitoring die wichtigste Neuerung. iOS 27 übernimmt die Strommessung aus Matter 1.3: Hängt ein Gerät an einer Matter-Steckdose mit Verbrauchsmessung, zeigt die Home-App pro Gerät an, wie viel Strom es verbraucht hat. Wer etwa IKEA-Steckdosen ohne Dirigera-Hub nutzt, sieht diese Werte jetzt erstmals direkt in Apple Home.
Einen Wermutstropfen gibt es: Automationen auf Basis des Verbrauchs – etwa „Waschmaschine fertig, wenn unter 5 W“ – sind noch nicht möglich. Dafür bleiben Drittanbieter-Apps vorerst nötig.
Auch unter der Haube tut sich etwas:
- Thread 1.4: Apple setzt für Thread-Geräte auf die neue Version, die stabilere Verbindungen bringen soll. HomeKit-Geräte koppeln schneller, Firmware-Updates für Zubehör laufen zügiger.
- Vereinfachtes Hinzufügen: Die Einrichtung neuer Geräte wurde überarbeitet, was vor allem bei Matter-Zubehör auffällt.
Ein Kritikpunkt bleibt: Der Matter-Standard ist inzwischen bei Version 1.6 angekommen, Apple pickt sich aber weiterhin nur einzelne Funktionen heraus. Das ist konsequent, aber langsam.
Kleines Detail, großer Komfort: Apple TV aus der Ferne aktualisieren
Das Apple TV lässt sich jetzt wie der HomePod direkt aus der Home-App aktualisieren. Wer ein Apple TV als Steuerzentrale nutzt, muss dafür nicht mehr extra den Fernseher einschalten.
Das braucht ihr für die neuen Funktionen
Die KI-Funktionen setzen ein iPhone mit Apple Intelligence voraus, also ein iPhone 15 Pro oder neuer. Zusätzlich muss im Zuhause ein Apple TV mit tvOS 27 oder ein HomePod mit HomePod-Software 27 als Steuerzentrale laufen.
| Funktion | Apple Intelligence nötig | Weitere Voraussetzung |
|---|---|---|
| KI-Beschreibungen, Suche, sehenswerte Clips | Ja | HomeKit-Secure-Video-Kamera, iCloud+ |
| Mitteilungen reduzieren | Ja | Steuerzentrale mit Version 27 |
| 4K-Aufnahme | Nein | 4K-fähige Kamera, iCloud+ |
| Energiemonitoring | Nein | Matter-Steckdose mit Verbrauchsmessung |
| Apple TV aus der Ferne aktualisieren | Nein | Apple TV im Zuhause |
HomeKit Secure Video bleibt an iCloud+ gebunden: Der 50-GB-Tarif erlaubt eine Kamera, 200 GB bis zu fünf, ab 2 TB unbegrenzt viele. Die Videos zählen nicht zum Speicherplatz.
Gute Nachricht für Leser in Deutschland: Die EU-Sperre nach dem Digital Markets Act betrifft nur die neue Siri. Die KI-Funktionen der Home-App stehen auch hier zur Verfügung.
Fazit: Apple Home holt spürbar auf
iOS 27 ist das beste Home-Update seit Jahren. Die KI-Beschreibungen und die Suche machen Kameraaufnahmen erstmals nutzbar, ohne endlos durch Clips zu scrollen. 4K und die gebündelten Mitteilungen beheben zwei der ältesten Ärgernisse.
Bei Matter bleibt Apple vorsichtig: Das Energiemonitoring ist ein guter Anfang, doch ohne Automationen auf Verbrauchsbasis fehlt der eigentliche Mehrwert. Ich hoffe, dass Apple hier mit iOS 27.x nachlegt.
Welche Neuerung nutzt ihr am meisten? Schreibt es mir in die Kommentare.
